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21.05.16, 15:41:39

Buchkritik_Schweighoefer_100_Jahre_Leben


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Das Buch „100 Jahre Leben. Welche Werte wirklich zählen“ von Kerstin Schweighöfer porträtiert zehn Menschen im Alter von 100 oder mehr Jahren, so genannte „Zentenare“. Es ist eine geballte Ladung Lebenserfahrung, von der man eine Menge lernen kann.

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03.02.16, 18:16:04

Buchkritik_Ortuno_-__Die_Verbrannten


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In Zeiten brennender Flüchtlingsunterkünfte ist der Roman „Die Verbrannten“ von Antonio Ortuño buchstäblich brandaktuell. Der vierte Roman des Mexikaners, der zu Hause schon 2006 ein Bestseller wurde, lenkt den Blick vom Balkan auf die Situation der Flüchtlinge in Lateinamerika. Es ist ein wütendes Buch, spannend und großartig geschrieben, finde ich.
Antonio Ortuño: „Die Verbrannten“, Roman, Verlag Antje Kunstmann, München, 256 Seiten, 19,95 €, aus dem Spanischen von Nora Haller.

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03.02.16, 18:11:34

Buchkritik_Fueller_-_Die_Revolution_missbraucht_ihre_Kinder


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Kindesmissbrauch als Befreiung getarnt: Vom Problem vieler Reformbewegungen mit sexueller Gewalt handelt Christian Füllers Buch: „Die Revolution missbraucht ihre Kinder: Sexuelle Gewalt in deutschen Protestbewegungen“. Sehr informativ und engagiert, aber auch aggressiv und voll pauschaler Vorwürfe.
Christian Füller: „Die Revolution missbraucht ihre Kinder: Sexuelle Gewalt in deutschen Protestbewegungen“, Hanser Verlag, München, 280 Seiten, 21,90 €.

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03.02.16, 18:02:30

Buchkritik_Natalio_Grueso_-_Der_Woerterschmuggler


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Natalio Grueso ist Regisseur am Teatro Español in Madrid. Der Episodenroman „Der Wörterschmuggler“ ist sein erstes Buch: chaotisch, aber auch irgendwie wunderbar.
Natalio Grueso: “Der Wörterschmuggler”. Roman, wunderbar aus dem Spanischen übersetzt von Marianne Gareis. Atlantik beim Verlag Hoffmann und Campe Hamburg, 256 Seiten, 18 EURO.

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24.09.15, 16:18:06

Gespräch_Hans-Christoph_Rademann


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Das Musikfest Stuttgart verändert sich. Hans-Christoph Rademann, künstlerischer Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart, sprach mit mir über seine bisherigen Erfahrungen mit der Gächinger Kantorei und dem Bach-Collegium Stuttgart, die Veränderungen des Festivals und seine Pläne für die Zukunft.
Das war in einer Pause bei den Proben zum Eröffnungskonzert. Wie ich das erlebt habe, erlaube ich mir nachfolgend ebenfalls zu beschreiben:

Rappelvoll war die Stuttgarter Liederhalle am 5. September zur Eröffnung des Musikfestes mit der konzertanten Aufführung der Mozart-Oper "Idomeneo" durch die Bachakademie. Dirigent und Akademieleiter Hans-Christoph Rademann hatte mit dieser Oper ein Musikdrama über Liebe, Freundschaft, Götterfurcht und Menschenglück gewählt, dass ihm "wie ein Gebirge" erscheint". Wer die Partitur einmal gesehen hat, die so dick ist wie ein Weltatlas, wird das verstehen. Kaum ein Musikwerk hat so viele verschiedene Stile, Strömungen, Schwierigkeiten und Besonderheiten in sich vereint wie diese Oper am Übergang von der alten barocken Opera Seria zur Belcanto-Oper des Sturm und Drang unter dem Einfluss des lyrischen Dramas aus Frankreich. Es sollte zum diesjährigen Festival-Thema "Freundschaft" passen, das durch die aktulle politische Weltlage besondere Brisanz erhält. Mit Verdi´s "Don Carlos" wäre es vermutlich klarer und auch etwas einfacher geworden. Aber Rademann liebt die Herausforderung.
Für die Gächinger Kantorei waren die vielen Chornummern natürlich ein gefundenes Fressen, und das eher kammermusikalisch geprägte Bach-Collegium Stuttgart spielte, als ob es im Orchestergraben eines Opernhauses zu Hause wäre. Ist es aber nicht. Die Abstimmung mit den Solisten erfordert ein ganz neues Maß an Rücksicht als die ehger statisch angelegten Oraorien, das der Dresener Chorspezialist Rademann in seinem großartigen dialogischen Probenstil ebenfalls glänzend bewältigt hat: Bergbesteigung gelungen.
Eine zusätzliche Herausforderung war die kurzfristige Umbesetzung des Idamante: für die Hosenrolle des Königssohnes war Mezzo Jenny Carlstedt für die erkrankte Sophie Marilley eingesprungen und nahm diese Hürde mit Bravour. Wunderbare Duette mit Anna Lucia Richter (Ilia) und schöne Ensemblenummern mit den anderen Solisten waren der Lohn. Lother Odinius in der Titelrolle des kretischen Königs Idomeneo war großartig und zeigte einmal mehr, warum er zu den gefragtesten Tenören der Welt gehört. Großartig auch in ihren furiosen Eifersuchts-Arien: die Frankfurter Sopranistin Marlis Petersen als ebenso stimmsichere wie ausdrucksstarke, temperamentvolle Prinzessin Elettra und Gegenspielerin der trojanischen Gefangenen Ilia, der Geliebten Idamantes. Ihre Auftritte sind jedes Mal Leidenschaft pur: ein Teufelsweib! Selbst die relativ kleine Rolle des königlichen Ratgebers Arbace war mit dem US-Tenor Kenneth Tarver brillant besetzt.

Dafür, dass Mozart die damals üblichen Längen und Wiederholungen der Opera Seria noch nicht ganz abgeschüttelt hatte wie später in "Cosi fan tutte" oder "La nozze de Figaro", kann eine Aufführung nichts, die von SWR2 (aufzeichnung) und Deutschlandradio (live) mitgeschnitten wurde. Der Rest ist Musikgeschichte. Das Publikum trug´s mit Fassung und Geduld, die mit einem Fest der Stimmen belohnt wurde. Am Ende gab´s lautstarke Bravos und lang anhaltenden, begeisterten Applaus.

Widmar-Puhl
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